Alle Jahre wieder
Renate Dreiheller lässt seit Jahren ihrer Fantasie freien Lauf, wenn es darum geht, alten Gebrauchsgegenständen neues, glitzerndes Leben einzuhauchen. Klar, dass die Inhaberin der Traumwerkstatt24 in Gögglingen auch ein paar Tipps für nachhaltige Geschenkideen für uns parat hat.
Sie liebt Mohnblumen. Weil sie schön fluffig sind und immer dann blühen, wenn sie Geburtstag hat. Wer Renate Dreiheller kennt, der weiß, dass es für sie ein Leichtes ist, dieses Vergnügen das ganze Jahr über zu haben. Dazu benötigt die Medizinisch-technische Assistentin lediglich eine Fahrradspeiche, einen ausrangierten Deckel einer Konservendose und einen in Fransen geschnittenen Kronkorken und etwas Farbe – und fertig ist ihre Lieblingsblume. Weitere Beispiele dafür, dass man schöne Kunstgegenstände aus Dingen herstellen kann, die im Grunde schon auf dem Weg in den Mülleimer waren, findet man in ihrer Traumwerkstatt24. Hier, im Wohnzimmer der 57-Jährigen, kann man unter anderem auch den „Schmetterlingssalat“ bewundern, ein in eine Fahrradfelge gewebtes buntes Vielerlei aus Dekogras, Haarspangen, grünen Schnüren, Blumen, Schmetterlingen und Möhrchen.
Unter dem Titel „Ebony und Ivory“ hat sie in einem schwarz-weiß angemalten Bilderrahmen sperrige Plastik-Paketbänder so miteinander verwebt, dass sie ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Für ein weiteres Kunstwerk beklebte die zweifache Mutter eine alte Plakatrückwand mit dem vergrößerten Foto einer Dahlienblüte. Die Blüte bildete sie mit der Pinzette, Steinchen für Steinchen, Blütenblatt für Blütenblatt mit Dekogranulat nach und befestigte es mit Epoxidharz. Für „Durchblick“ nutzte Renate Dreiheller einen alten Bilderrahmen mit Korkplatte als Rückwand, vor der kaputte oder zerkratzte Brillen die Augen der Betrachter auf eine Vielzahl von Schlagworten richten. Unter anderem findet man hier die Begriffe Ruhe, Hoffnung, Menschenrechte, Vergebung oder auch Sicherheit. „Wer den richtigen Durchblick verliert, der kann nicht mehr sehen, was im Leben wichtig ist“, erklärt sie, die ihre Ideen für neue Kreationen mitunter auf dem Fahrrad, im Bad oder auch auf dem Zahnarztstuhl bekommt: „Mein Werk „Blüte“ entstand aus verbrauchten Kaffeekapseln, bunter Alufolie von Ostereiern, Pralinen und Nikoläusen, nachdem mich eine entsprechende Zeichnung in der Zahnarztpraxis inspiriert hatte.“
Apropos Nikoläuse. In der jetzigen Vorweihnachtszeit rauchen ja bei vielen Menschen wieder die Köpfe, wenn sie auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken für ihre Lieben sind. Hier ist die Hobbykünstlerin auch ständig auf der Suche nach neuen Ideen: „Wie wäre es mit einem waschbaren Abschmink-Pad aus Mikrofaserstoff?“ Gerade mit Kindern kann man vieles basteln: Briefumschläge aus alten Straßenkarten, Lesezeichen aus Eisstäbchen oder mit Geschenkpapier beklebte Deckel von Marmeladengläsern, die man mit Kindern zur Dekoration verzieren kann. Bei ihren eigenen Geschenken verfolgt sie eine klare Linie: „Für mich es wichtig, dass man Präsente sinnvoll gebrauchen kann und diese nicht nur als Staubfänger rumstehen.“ Das kann zum Beispiel Duschgel sein oder auch Leckereien, die man genießen kann. Und warum nicht auch einmal einen Gutschein für gemeinsame Zeit, zum Beispiel einen Restaurantbesuch?
Für sie selbst spielt der nachhaltige Gedanke deshalb nicht nur bei ihren Kunstwerken eine große Rolle, sondern auch im täglichen Leben: „Vor kurzem habe ich mir einen gebrauchten Laptop gekauft und Wasser kann man durchaus auch in einem Sprudelgerät herstellen. Damit spart man das Fahren, Schleppen und die Einwegflaschen.“ Den Anspruch mit Alltagsdingen effektiv und ressourcenschonend umzugehen, hat sie quasi in die Wiege gelegt bekommen: „Unser Vater konnte irgendwie immer alles reparieren.“ Und seine Idee ist auch, das Geschenkpapier an Heiligabend nicht einfach achtlos zu zerreißen, wie das heute zumeist der Fall ist. Renate Dreiheller erinnert sich gerne daran: „Stattdessen hatte er immer eine Schere oder Taschenmesser parat, um das Klebeband aufzuschneiden, so dass das Papier noch brauchbar war. Ich verwende heute gerne wiederverwendbare Geschenktaschen.“
Wir finden: Ein toller Tipp, der zeigt, dass Weihnachten uns nachdrücklich und nachhaltig zur Besinnung bringen kann. Und das alle Jahre wieder.
Stefan Loeffler
Unter www.traumwerkstatt24.de findet man viele Beispiele, was man aus gebrauchtem Material noch alles zaubern kann. Hier kann man auch Workshops buchen und sich direkt vor Ort von Renate Dreiheller inspirieren lassen.
Ein Tipp von uns:
Für diese Seminare gibt es auch Geschenkgutscheine.