Stadtentwicklung

Vorsorgen hilft: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt

„Stilles Sterben“ nennt Martin Herrmann den Hitzetod. Der promovierte Arzt ist Vorsitzender und Mitbegründer von KLUG, der Allianz für Klimawandel und Gesundheit. Bei Vorträgen fragt er sein Publikum mitunter, wie viel Prozent der Todesopfer durch Klimakatastrophen auf das Konto von Hitzewellen gehen. 20, 40 oder 70 Prozent? Die Antwort: 90. 

Wenn die Stadt Wasser aufsaugt und wieder abgibt

Kopenhagen hat sich nach einer Unwetterkatastrophe im Jahr 2011 zu so einer Schwammstadt umbauen lassen. Da ist zum Beispiel der Bolzplatz im Park. Schüttet es mal wieder wie aus Eimern, verwandelt der sich in eine übergroße Badewanne. Sie kann 23 Millionen Liter Wasser fassen. Wasser, das womöglich Keller und Wohnungen fluten würde. Den Sportplatz haben Architekten extra tiefer gelegt. Genauso einen Rosengarten und einen kleinen See. So können alle drei noch mehr Wasser aufnehmen. In einem unterirdischen Becken wird Regenwasser aus den Dachrinnen des Viertels gesammelt.

Ulms Weg zur Nachhaltigkeit

„Vision 2030“, „Klimaneutralität“, „nachhaltige Stadtentwicklung“ – Begriffe, die uns aus Berichten, Nachrichten und Debatten längst vertraut sind. Doch ihre Botschaft ist ebenso einfach wie dringlich: In den Städten entscheidet sich der Wandel, denn auf sie entfallen über 70 % der weltweiten CO₂-Emissionen, 66 % des Energieverbrauchs und mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Über 75 Prozent der Europäer leben in urbanen Räumen. Wie wir uns dort fortbewegen, heizen, einkaufen und mit Ressourcen umgehen.

Wilder Naschpfad - Über 170 Pflanzenarten dokumentiert

Beeren, Wurzeln, Kräuter, Früchte: Seit Jahrtausenden begleiten Pflanzen die Menschheitsgeschichte. Dennoch besitzen heute nur noch wenige Menschen eine umfassende Kenntnis über Pflanzenarten und die Möglichkeiten ihrer Nutzung. Das Agenda-Team Landesgartenschau hat dabei besonders essbare Wildpflanzen im Auge: Als eigenes Angebot zur Landesgartenschau 2030 und darüber hinaus wollen die Engagierten aus Bürgerschaft und Fachkreisen einen Lehr- und Mitmachpfad entlang der Wilhelmsburg und bis zum Botanischen Garten einrichten.

Grüne Oase

Es kann Balkonersatz für die Nachbarschaft und ein Ort für Kommunikation und Miteinander sein. Und es bietet Insekten Nahrung und Nistmöglichkeiten. Das Parklet hat genau die Abmessungen eines Standardparkplatzes. Es ist pflegeleicht und wird im Frühjahr mit robusten, insektenfreundlichen Pflanzen bepflanzt. Darüber hinaus ist es mobil, so dass es leicht den Platz wechseln kann. So war es zuletzt in der Schuhhausgasse gestanden und wechselt jetzt den Ort, um die Idee des mobilen Grüns an eine andere Stelle in der Innenstadt zu tragen.

Wie wollen wir in Zukunft gemeinsam wohnen?

Im Zentrum der Impulsvorträge und der Diskussion standen gemeinschaftliche Wohnprojekte als nachhaltige, zukunftsweisende und solidarische Alternative. Expert*innen und Menschen mit Praxiserfahrung aus solchen Projekten kamen zu Wort und teilten ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Journalistinnen Isabella Hafner und Verena Jäger.

Mehr Grün für die Stadt mit dem Agenda-Team Landesgartenschau

Mehrere Projekte treibt das Team dafür um: 
Zwischen Wilhelmsburg und Botanischem Garten könnte unter der Überschrift „Wilder Naschpfad“ ein Infopfad über essbare Wildpflanzen entstehen. Eine Masterstudentin der Uni Ulm hat dafür im Sommer 2025 den Pflanzenbestand kartiert - und über 100 essbare Pflanzen in dem Gebiet gefunden. Erste Entwürfe für die Infotafeln hat sie ebenfalls schon entwickelt. Im  nächsten Schritt will das Team einen Kosten- und Finanzierungsplan erstellen.

Die Richtung stimmt

Die Richtung ist klar, doch der Weg dorthin muss und darf keine Einbahnstraße sein. Ideen, Wünsche und Herausforderungen, die zu einem zukunftsorientierten und umweltbewussten Ulm führen, gibt es jede Menge. Wichtig ist es sie zu bündeln und strukturiert auf den Weg zu bringen. Dies ist die Botschaft, die die Teilnehmenden eines Workshops im Ulmer Einsteinhaus formuliert und sich quasi auf die Fahnen geschrieben haben.