Gesellschaft und Soziales

Kleider helfen Leute

Die Zahl ist enorm. Pro Jahr fallen in Deutschland eine Million Tonnen gebrauchte Textilien an. Würde man sie in Lastwagen packen und diese hintereinander aufreihen, stünde der erste Lkw in Flensburg, der letzte im 1.000 Kilometer entfernten Innsbruck. Diese Menge hat sich, laut Fairwertung e.V., in den vergangenen 15 Jahren in etwa verdoppelt. Gründe für die wachsenden Altkleiderberge sind häufig wechselnde Kollektionen, billige Ware, Massenproduktion und miserable Qualität. Doch was geschieht damit? 

Ausstellung im m25: Bürgerdialog und Bürgerschaftliches Engagement in Ulm

Eine aktive Bürgerschaft und das enge Zusammenspiel zwischen dieser und der Stadtspitze hat in Ulm eine lange Tradition: Der kleine und große Schwörbrief, aber auch der Bau des Ulmer Münsters als Bürgerkirche sind dafür bekannte Beispiele. Bis heute ist der Bürgerdialog und das bürgerschaftliche Engagement für die Ulmer Stadtgesellschaft von zentraler Bedeutung. Mit dieser Ausstellung möchte die Stadt Ulm gemeinsam mit der Ulmer Bürgerstiftung und der Freiwilligenagentur engagiert in ulm e. V. dies würdigen und feiern.

Schulterschluss im Stadtteil

Herr Lehmann, die Stadt Ulm feiert 25 Jahre Dialogmodell. Was verbirgt sich dahinter?
Genau genommen geht es dabei um einen Trialog zwischen den Akteuren Bürgerschaft, Verwaltung und Politik. Beim Ulmer Dialogmodell handelt es sich im Grunde um einen sozialplanerischen Ansatz. Es ging darum, die Bürgerinnen und Bürger in der Partizipation zu stärken, denn sie wissen in den einzelnen Stadtteilen am besten, wo der Schuh drückt.

Immer grüner und weniger Autolärm

Claus Brenner, langjähriger Sprecher der Regionalen Planungsgruppe Ulm Mitte/Ost, ist stolz darauf, dass durch das unermüdliche Daraufhinwirken der Gruppe der Alte Friedhof deutlich an Aufenthaltsqualität gewonnen hat. „Da herrschte nämlich lange Zeit ein richtiges Durcheinander“, sagt Claus Brenner. Aus Trampelpfad ähnlichen Wegen wurden gut begehbare Spazierwege, die Radroute von der Oststadt zum Hauptbahnhof führt nun ohne Hindernisse durch den Park. Auch die Stelen in der Mitte des Parks kamen dazu:  Gräber wurden saniert. 

Die Kleinstadt in der Stadt

Fast 19.000 Menschen wohnen in dieser „Kleinstadt“ am Hang. In den weiteren Strophen geht es darum, dass sie dort ja alles haben: Bäcker, Metzger, Banken, Schulen, zwei Kirchen, Grünanlagen, gute Luft, allerlei Ulmer Prominenz (Anm. d. Redaktion: auch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch ist ein Eselsberger. „Bis Blaustein standet Heiser ganz weit ond dicht beinand, vom Kuhberg sieht es fascht aus wie Schwäbisch Griechenland.“ 

RPG Böfingen: Gut organisiert

Die RPG empfängt uns in Person von Nina Leinmüller, die vor einiger Zeit von der ehrenamtlichen RPG-Arbeit als hauptamtliche Stadtteilkoordinatorin zur Stadt Ulm wechselte und Liselotte Finkele-Antelmann, Sprecherin und „Urgestein“ der Böfinger RPG. Die beiden kennen ihre Böfinger und wissen, was im Stadtteil gerade wichtig ist und getratscht wird. „Alles ist hier gut organisiert“, sagt Nina Leinmüller, „wenn auch inzwischen etwas räumlich beengt.“ So gut wie alles findet im kleinen Bürgertreff statt, wo auch die Stadt Ulm ihr Dienstleistungszentrum betreibt.

RPG West: Gesellschaftliche Vermittlerrolle

Wie RPG-Sprecher Friedrich Scholtz berichtet, gelingt der Brückenschlag zur Lokalpolitik durch die monatlichen Treffen, zu denen immer spezielle Referent*innen eingeladen werden. Das dreiköpfige Sprecherteam organisiert die Sitzungen und spricht jeweils die für das ausgewählte Schwerpunktthema relevanten Zielgruppen bzw. Interessensvertreter an. „Darüber hinaus sind die Sitzungen offen für alle Interessierten. Wer Ideen für die Weststadt hat, ist immer willkommen“, lädt Scholtz ein. Hier sollen die Möglichkeiten der Beteiligung möglichst niederschwellig bleiben.