Gebrauchtwaren

Möbellager statt Sperrmüll: Leipheim macht es Ulm vor

Die schöne Kommode aus massivem Obstbaumholz war ein Geschenk eines Onkels, der sie nicht mehr nutzte. Sie fand ein zweites Leben in der Ulmer Wohnung der Nichte, doch nach einem Umzug war auch da kein Platz mehr. Zum Sperrmüll? Undenkbar! Sozialkaufhäuser in Ulm und Neu-Ulm nehmen nur Kleinmöbel wie Stühle oder Kinderbettchen an. Familie und Freunde hatte auch keinen Bedarf, fürs Verkaufen über Online-Portale fehlten Zeit und Lust. Die Lösung für das gute Stück war schließlich das Möbellager der Caritas, nicht etwa hier, sondern in Leipheim.

Share Economy statt Kaufrausch

„An dieser Stelle gibt es oft verstopfte Abflussschläuche“, erläutert Prof. Gerald Stengele bei unserem Besuch an einer Waschmaschine. „Das ist schnell repariert.“ Die unterschiedlichsten Waschmaschinen-Fabrikate und ihre Wehwehchen kennt der Maschinenbau-Ingenieur und Dozent an der THU inzwischen auswendig. Denn er ist Mitinitiator des Reparaturbetriebs „repair4U“ im Haus der Nachhaltigkeit Ulm/Neu-Ulm.

Neu einkleiden mit Mode aus zweiter Hand

Doch der oder die fashionbewusste Klimaschützerin weiß: Die Herstellung von Kleidung kostet viel Energie, Wasser und andere Ressourcen, gleichzeitig werden die Berge von entsorgten Textilien weltweit immer größer. Die sogenannte Fast Fashion, der Trend zu immer schnelleren Kollektionswechseln in der Modeindustrie, beschleunigt  Ressourcenverbräuche und negative Umweltauswirkungen. Außerdem wird in vielen Herstellerländern unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert, was durch den harten Preiskampf bei den Billigmarken noch forciert wird.