Stadtentwicklung

Die Kleinstadt in der Stadt

Fast 19.000 Menschen wohnen in dieser „Kleinstadt“ am Hang. In den weiteren Strophen geht es darum, dass sie dort ja alles haben: Bäcker, Metzger, Banken, Schulen, zwei Kirchen, Grünanlagen, gute Luft, allerlei Ulmer Prominenz (Anm. d. Redaktion: auch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch ist ein Eselsberger. „Bis Blaustein standet Heiser ganz weit ond dicht beinand, vom Kuhberg sieht es fascht aus wie Schwäbisch Griechenland.“ 

RPG Böfingen: Gut organisiert

Die RPG empfängt uns in Person von Nina Leinmüller, die vor einiger Zeit von der ehrenamtlichen RPG-Arbeit als hauptamtliche Stadtteilkoordinatorin zur Stadt Ulm wechselte und Liselotte Finkele-Antelmann, Sprecherin und „Urgestein“ der Böfinger RPG. Die beiden kennen ihre Böfinger und wissen, was im Stadtteil gerade wichtig ist und getratscht wird. „Alles ist hier gut organisiert“, sagt Nina Leinmüller, „wenn auch inzwischen etwas räumlich beengt.“ So gut wie alles findet im kleinen Bürgertreff statt, wo auch die Stadt Ulm ihr Dienstleistungszentrum betreibt.

RPG West: Gesellschaftliche Vermittlerrolle

Wie RPG-Sprecher Friedrich Scholtz berichtet, gelingt der Brückenschlag zur Lokalpolitik durch die monatlichen Treffen, zu denen immer spezielle Referent*innen eingeladen werden. Das dreiköpfige Sprecherteam organisiert die Sitzungen und spricht jeweils die für das ausgewählte Schwerpunktthema relevanten Zielgruppen bzw. Interessensvertreter an. „Darüber hinaus sind die Sitzungen offen für alle Interessierten. Wer Ideen für die Weststadt hat, ist immer willkommen“, lädt Scholtz ein. Hier sollen die Möglichkeiten der Beteiligung möglichst niederschwellig bleiben.

Wiblingen macht sich für Familien fit

So gibt es in der aufgebauten Budenstadt auf dem Wiblinger Marktplatz dann beispielsweise einige Köstlichkeiten aus Russland, China, Italien, Vietnam, Polen, Rumänien und aus der Türkei. Außerdem umrahmen Wiblingerinnen und Wiblinger mit sämtlichen Migrationshintergründen die traditionelle Veranstaltung, die den Zusammenhalt im Stadtteil fördert. 

Ein Ort zum kreativen Auftanken inmitten des Alltagsverkehrs

Jammerschade! Denn die kleine Galerie - der sogenannte Kunstpool - ist an den betriebsamen Ort Anfang 2020 gezogen. Hier überraschen an diesem Tag großformatige Acryl-Ölbilder mit Collageelementen, in die auch hinein gezeichnet wurde. „Jeder Tag eine Tretmine“ heißt die Ausstellung der Schweizer Künstlerin Marita Tobner. Ihre Werke tragen Namen wie „Papageiengeflüster“, „Am Tag als der Regen kam“ und „Durchs Raster gefallen“. Marita Tobner will Verflechtungen und Widersprüchlichkeiten im menschlichen Sein aufdecken. Und zur Diskussion stellen.

So ein Theater(-neubau)!

Der 60er-Jahre-Beton-Bau des Ulmer Theaters soll ein Geschwisterchen bekommen. Gleich dahinter. In dem mehrgeschossigen Bau sollen das Kinder- und Jugendtheater Platz finden, aber auch Proberäume und Werkstätten. Baubeginn des 30-Millionen-Projekts ist für 2024 geplant. Die Jury hat sich für den Entwurf des 72-jährigen Max Dudler entschieden - ein Schweizer Architekt, der übrigens auch die Heidenheimer Stadtbibliothek geplant hat. Er ist bekannt für seinen Minimalismus.

Adenauerbrücke soll leistungsfähiger werden: Für die autogerechte Stadt

Die Adenauerbrücke ist die wichtigste der drei Auto-Brücken über die Donau in Ulm. Über sie fließt der Verkehr der B10, sie ist als Verteiler zur B28 Richtung Westen wichtig, aber auch zur B311 nach Erbach. Auf ihr gelangt man zur A8 und Richtung A7 in den Süden. Wer aus Stuttgart ins Allgäu oder nach Österreich will, nimmt nicht den Umweg übers Kreuz Elchingen. Er kürzt ab durch die Stadt.

Parken - Ein von der Allgemeinheit subventionierter Luxus?

Langsam ruckeln Autos über das Kopfsteinpflaster im Fischerviertel: Parkplatzsuche. Doch hier ein Halteverbot, da dürfen nur Patienten parken, woanders nur Bewohner. Ein Bewohner gibt zu, dass er selbst oft bis zu einer halben Stunde suche. Vor allem nervt ihn, dass manch einer sich einfach seine eigene, experimentelle Lösung erlaubt: „Manche parken hier wie die Wilden. Dieser Rollerfahrer zum Beispiel, der macht’s ganz interessant. Immer wenn er mit dem Auto weg muss, stellt er einfach seinen Roller auf den Parkplatz.