Hitzeschutz durch Kletterpflanzen
Eine Exkursion mit „unterwegs in ulm“ zum Museum der Gartenkultur in Illertissen zeigt erste Ergebnisse der Erprobung eines Systems zur Beschattung im städtischen Bereich.
Was hilft gegen die Überhitzung von Innenstädten? Der beste Schutz gegen Hitze sind schattenspendende Bäume. Jedoch: Nicht überall in der Innenstadt ist es möglich Bäume zu pflanzen, sei es aus Platzgründen oder weil eine temporäre Lösung gefragt ist oder aus anderen Gründen.
Eine gute Alternative: einjährige Kletterpflanzen. Seit 2022 wirkt die Stiftung Gartenkultur in Illertissen an einem Projekt zur Entwicklung und Evaluierung erdungebundenen Begrünungssystemen für städtische Bereiche mit. Ziel ist, schnell und flexibel eine Beschattung im städtischen Bereich zu ermöglichen, auch wenn der natürliche Boden nicht genutzt werden kann. Dieses Projekt hat die lokale agenda im Rahmen von "unterwegs in ulm" im August besucht.
Über 40 unterschiedliche einjährige Kletterpflanzen-Sorten werden in dem Projekt auf Wachstumsverhalten und erreichbare Kühleffekte untersucht. Die einen wachsen schnell in die Höhe, andere bilden buschiges Grün aus. Einige blühen in besonders schönen Farben, andere wirken durch ihren Duft oder die Grüntöne der Blätter. An manchen wachsen sogar Bohnen oder Schlangenkürbisse. Dadurch lassen sich geeignete Arten kombinieren, um über die Verschattung hinaus auch ästhetische Effekte zu erzielen oder gezielt zur Biodiversität beizutragen. Die Kombination verschiedener Arten reduziert zudem die Anfälligkeit für Krankheiten.
Die Verwendung einjähriger Pflanzen bietet vielfältige Vorteile: Sie benötigen wenig Wurzelraum und es kommt nicht zur Verholzung wie bei mehrjährigen Pflanzen. Die Pflanzen werden im Herbst einfach zusammen mit der Rankhilfe aus Hanf geerntet. Dadurch gibt es keinen Aufwand für Rückschnitt und Laubbeseitigung.
Die Idee könnte auch für die Ulmer Innenstadt geeignet sein und soll nun in den Arbeitskreisen der lokalen agenda ulm diskutiert und weiter entwickelt werden. Ein erstes Treffen zu diesem Thema ist für Mittwoch, 4. Februar geplant. Interesse an einer Mitarbeit? Dann melden Sie sich gerne im Agenda-Büro.
Petra Schmitz
Nähere Infos zum Projekt der Stiftung Gartenkultur:
www.museum-der-gartenkultur.de/