Bauen und Wohnen

Mehr Menschen pro Quadratmeter - Wenn Schwaben in der Stadt leben wollen

Herr von Winning - der allerschwäbischste aller Träume: sich irgendwo sein eigenes Häusle hinstellen. In Ulm ist der ausgeträumt?
Aus ist der Traum nie - denn wir sind ja in Ulm die Großstadt in Baden-Württemberg mit dem höchsten Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern. Also: Es gibt diese Häuser und sie werden natürlich auch Bestand haben. Und das Gute ist, dass sie immer nach ein paar Jahrzehnten den Nutzer wechseln, sodass man auf jeden Fall gute Chancen hat, an eines dieser Häuser zu kommen.

Neue Wohnformen

Der Fachverlag „Die Wohnungswirtschaft“ vergibt 2026 zum 23. Mal seinen Zukunftspreis unter dem Motto „Wohnen⁺: Mehr als vier Wände“, ein Hinweis darauf, wie sehr sich das Verständnis von Wohnen gerade verschiebt: weg von der reinen Funktion des Unterbringens, hin zu Konzepten, die Nachbarschaft, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit zusammendenken. Das ist kein Nischenthema für Architekturbüros mehr, sondern eine Frage, die uns alle betrifft, sobald wir volljährig werden und ausziehen wollen.

Unser Karli - bedingungslos geliebtes Sorgenkind?

Dort steht das Hochhaus neben Klinkerhäuschen und ihren grünen Innenhöfen - wo man gemeinsam grillt oder die Kinder in der Matschküche spielen lässt. Zwischen diesem ungeordneten Mischmasch an Bebauung haben sich lässige Cafés wie das „Animo“, das „Hungry Turtle“ oder Restaurants wie die Pizzeria „Pinocchio“ niedergelassen. Auch eine Klavierwerkstatt. Und dann ist da natürlich eben der Karlsplatz. Der eigentlich ein Park ist.

Das Blau.Quartier wird grün

Wer in ein paar Jahren nach langer Abwesenheit wieder einmal Ulm besucht, wird sich wohl verwundert die Augen reiben. Denn auf dem Areal an der Blaubeurer Straße, auf dem die Shoppingmall des Blautalcenters gestanden hat, findet man nun Wohnungen, Vorgärten, Dachterrassen, eine Kindertagesstätte und, ja, auch wieder Läden. Doch das Bild ist komplett neu. Nach über einem Vierteljahrhundert wird das 1998 eröffnete Einkaufszentrum, das zu den größten in Süddeutschland gehört hat, einem modernen Stadtquartier weichen.

Studentenbude mit Hallenbad auf dem Dach

„Meine erste Wohnung war eigentlich gar keine richtige Wohnung“, erinnert sich Oberbürgermeister Martin Ansbacher: „Als Student zog ich nach Augsburg und bezog ganz klassisch ein Zimmer in einer etwa 70 Quadratmeter großen WG. Die Einrichtung war, wie in vielen WGs, ziemlich spartanisch. Wie hoch die Miete damals war, weiß ich heute gar nicht mehr. Lange geblieben bin ich allerdings nicht. Die Sehnsucht nach Ulm war einfach zu groß. Mein Ausflug nach Augsburg dauerte deshalb nur kurz, und ich zog wieder zurück in meine Heimat."

Die Wohnraumschaffer

Der Wohnungsmangel ist ein großes Problem in Deutschland. Eine sehr simple, aber zugleich teure und nicht nachhaltige Antwort darauf wäre es, mehr zu bauen. Doch wie man dem Problem von einem anderen Gesichtspunkt gegenübertreten kann, haben Studierende der HNU und weiterer Hochschulen im Rahmen einer Challenge der „Schwaben Innovation Masterclass“ für die Methode „Design Thinking“ gezeigt. Diese Methode zur Entwicklung neuartiger Lösungen für komplexe Fragestellungen aller Art wurde an der Hochschule Neu-Ulm entwickelt und erprobt.

Wie wollen wir in Zukunft gemeinsam wohnen?

Im Zentrum der Impulsvorträge und der Diskussion standen gemeinschaftliche Wohnprojekte als nachhaltige, zukunftsweisende und solidarische Alternative. Expert*innen und Menschen mit Praxiserfahrung aus solchen Projekten kamen zu Wort und teilten ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Journalistinnen Isabella Hafner und Verena Jäger.

AK Energie: Energetische Verbesserungen am Gebäude stehen im Mittelpunkt

Fünf Hauseigentümer waren beispielhaft zu energetischen Verbesserungen am Gebäude beraten worden, daraus entstanden Energie-Steckbriefe. Bei allen Häusern wude abgeschätzt, dass sich die Investitionen über die Einsparungen innerhalb 10 bis max. 15 Jahren amortisieren würden. Mehr Infos zum Projekt Roter Berg unter ulm-agenda21.de

Klingt gut!

Das gibt es wahrlich nicht oft. Spaziergänger hören beim Gang über die kleine Blau ihre eigenen Schritte und wie die Brücke bei unterschiedlicher Belastung oder Temperaturveränderungen klingt. Möglich wird dies durch 42 Sensoren, die in der Brücke verbaut sind. Sie dienen in erster Linie der Materialforschung für das EU-Projekt „Smart Circular Bridge“ und seinem neuartigen Werkstoff aus Flachsfasern und einem bio-basierten Polyesterharz. Auf Basis der Sensordaten übersetzen die „Klangerfinder“ die Schritte von Passanten in komplexe Klanglandschaften.