Als erste radiologische Einrichtung in Deutschland setzt das Universitätsklinikum Ulm (UKU) ein speziell entwickeltes Toilettensystem zur gezielten Filtration jodhaltiger Kontrastmittel ein.
Es ist ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige und umweltbewusste Hochleistungsmedizin, denn mit der Installation des Systems übernimmt das UKU eine Vorreiterrolle im Bereich der „grünen Radiologie“.
Bei zahlreichen radiologischen Untersuchungen – insbesondere in der Computertomographie und Angiographie – kommen jodhaltige Kontrastmittel zum Einsatz. Diese werden vom Körper größtenteils unverändert über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden und gelangen bislang nahezu vollständig in die Umwelt und letztlich auch ins Grundwasser. Das neu installierte Toilettensystem setzt genau an diesem Punkt an. Patientinnen und Patienten werden nach einer Kontrastmittelgabe gebeten, die hierfür vorgesehene und speziell gekennzeichnete Toilette vor der Radiologie zu nutzen.
Kern des Systems ist ein mehrstufiges Adsorptionsverfahren, bei dem die Kontrastmittelmoleküle an spezielle Filtermaterialien gebunden und zuverlässig zurückgehalten werden. Der gefilterte Urin kann anschließend regulär dem Abwassersystem zugeführt werden; das abgefangene Kontrastmittel wird später fachgerecht entsorgt oder dem Jod-?Recycling zugeführt.
Das Projekt zeigt, wie innovative Medizintechnik, Hochleistungsmedizin, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ökologisches Verantwortungsbewusstsein miteinander verbunden werden können, um im klinischen Alltag wirksame Lösungen zum Umweltschutz umzusetzen.