Titelerneuerung mit vielfältigem Programm zur Fashion Revolution
Ulm bleibt Fairtrade-Stadt. Die Stadt erfüllt alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne und darf damit für weitere zwei Jahre den Titel tragen. Die Auszeichnung erhielt Ulm erstmalig im Jahr 2014 von Fairtrade Deutschland e.V. Seitdem baut Ulm sein Engagement weiter aus.
Oberbürgermeister Martin Ansbacher freut sich über die Verlängerung des Titels: „Die erneute Auszeichnung zeigt, wie stark Nachhaltigkeit und fairer Handel in Ulm verankert sind. Lokale Akteurinnen und Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten hier bereits seit langem sehr erfolgreich eng für das gemeinsame Ziel zusammen.“
Ein wichtiger Pfeiler für die Fairtrade Town Ulm sind die Aktivitäten in Rahmen der Fashion Revolution Initiative. In dem Team sind neben der Stadt Ulm auch die Fairtrade-Stadt Neu-Ulm, die lokale agenda ulm, Einzelhändlerinnen und Einzelhändler sowie Vereine und die Eine-Welt-Regionalpromotorin vertreten. Gemeinsam organisieren die Beteiligten über das Jahr verteilt verschiedene Aktionen rund um nachhaltige Produktion und fairen Handel in der Textilbranche.
Fashion Revolution Week Ulm/Neu-Ulm
So gab es auch dieses Jahr Ende April wieder ein informatives und vielseitiges Programm zur Fashion Revolution Week Ulm/Neu-Ulm. Der Anlass ist tragisch: Am 24. April jährt sich der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh, bei dem fast 1.200 Menschen ums Leben kamen und viele weitere verletzt wurden. Ursache für den Einsturz waren die schlechten Sicherheits- und Arbeitsschutzbedingungen vor Ort. Fashion Revolution Ulm/Neu-Ulm legt deshalb den Fokus auf gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne in der Textilindustrie, aber auch auf Ressourcenschonung, Umwelt- und Klimaschutz. Es geht um fair hergestellte, langlebige Kleidung, um reparieren und upcyceln und um Kreisläufe und Entsorgung in der Textilwirtschaft. Mit Aufklärung, Alltagstipps und informativen Angeboten sollen Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage versetzt werden, gute Entscheidungen zu treffen und negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu reduzieren.
Aktionstag auf der LWF
Erstmals ergab sich für das Team die Gelegenheit, einen ganzen Tag rund um faire und nachhaltige Mode auf der Leben Wohnen Freizeit anzubieten. Zwei Modenschauen mit Second Hand und upgecycelten Outfits zogen viele Besucherinnen und Besucher in die kleine Halle 5. Die Models kamen größtenteils vom Zetrum für Gestaltung und führten sowohl selbst entworfene und hergestellte Kleidung wie auch Kleidung der Secontique Ulm und des Upcycling-Labels Onto vor.
Ein Glücksrad, ein Planspiel rund um globale Gerechtigkeit oder ein Quiz rund um fairen Handel sorgten dafür, dass sich die Gespräche an den Infotischen wie von selbst ergaben. „Ich kaufe viele Kleidungsstücke secondhand ein“, berichtete zum Beispiel eine Besucherin und freute sich über weitere Einkaufstipps in Ulm. Eine andere, ganz frisch zugezogen, ließ sich die Arbeit der Neu-Ulmer Fairtrade-initiative erklären und trug sich spontan in eine Interessiertenliste für Ehrenamtliche ein.
Den Abschluss der Fashion Revolution Week bildete am Samstag die Fashion Show im Stadthaus: Auf dem Laufsteg präsentierten Ulmer Geschäfte ihre Outfits und Schuhe von fairen und nachhaltigen Labels. Die Models, größtenteils aus dem Freundeskreis und der Stammkundschaft der beteiligten Geschäfte, rissen die über 200 Zuschauerinnen und Zuschauer mit und sorgten für Begeisterung für Fashion mit Anspruch und Haltung. Ergänzt wurden die Aktionen durch eine Ausstellung mit handgefertigten Teilen aus alten Jeans des Berufskollegs Mode & Design am Zentrum für Gestaltung.
Petra Schmitz
