Fashion Revolution Ulm/Neu-Ulm erarbeitet Leitbild
Es war eine Katastrophe, die zur Gründung der weltweiten Fashion Revolution Bewegung führte: Am 24. April 2013 stürzte die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ein, 1135 wurden Menschen getötet und 2438 verletzt. Trotz größter Sicherheitsbedenken und eines polizeilichen Zutrittsverbotes waren Angestellten von den Fabrikbetreibern im Rana Plaza gezwungen worden, ihre Arbeit aufzunehmen.
Schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheit sind in vielen Textilfabriken in den Herkunftsländern unserer Kleidung an der Tagesordnung. Dem will die Fashion Revolution Bewegung etwas entgegensetzen: Mit Kampagnen- und Vernetzungsarbeit soll der öffentliche Diskurs über die Textilindustrie und unser Konsumverhalten gefördert und ein Wandel in der Branche erreicht werden.
Gründung der Ulm/Neu-Ulmer Initiative in 2023
Auch in Ulm hat sich im Jahr 2023 auf Anregung mehrerer Fashion-Expertinnen und im Rahmen der Fairtrade-Town Initiativen Ulm und Neu-Ulm ein Fashion Revolution Team gegründet. Bereits im ersten Jahr fanden anlässlich des Gedenktages am 24. April in einem mehrwöchigen Aktionszeitraum eine Vielzahl von Veranstaltungen rund um faire und nachhaltig produzierte Textilien, Kleidertausch und Second Hand Angebote statt. Highlight war eine Modenschau mehrerer Anbieterinnen fair hergestellter Mode im Erlebnisraum m25.
Die Ulm/Neu-Ulmer Initiative bekennt sich dabei klar zum Manifest von Fashion Revolution Germany. Es fordert unter anderem, dass Textilien nicht auf Kosten von Menschenleben und Umwelt produziert werden, setzt sich für transparente Lieferketten und gegen die Wegwerfkultur der Textilbranche ein. Das Team sieht es als seine Aufgabe an, Bewusstsein auf Aufmerksamkeit für die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens zu schaffen. Das vollständige Manifest finden Sie hier: www.fashionrevolutiongermany.de.
Voraussetzungen für die Mitwirkung
Die Aktionswochen haben sich etabliert, und der Kreis der beteiligten Geschäfte und Organisationen hat sich erweitert. Interessierte konnten sich in den letzten Jahren in Vorträgen informieren, an Kleidertauschaktionen oder Future Fashion Tours beteiligen oder einen Filmabend genießen. Die Modenschau als Highlight der Wochen findet inzwischen im Stadthaus Ulm statt; dieses Jahr am Samstag, den 25. April ab 17.30 Uhr.
Die Initiatorinnen haben Voraussetzungen für die Mitwirkung an dem Veranstaltungsprogramm erarbeitet, damit das scharfe Profil von Fashion Revolution Ulm/Neu-Ulm erkennbar und wirksam wird. So müssen bei Einzelhändlern mindestens 40 % des Sortiments aus fairer Produktion stammen, nach drei Jahren zu mindestens 90 %. Veranstaltungen oder Aktionen von Partnerorganisationen müssen zum Manifest von Fashion Revolution Germany passen. Auch Ausschlusskriterien hat das Team formuliert. Dazu gehören etwa schnell wechselnde Kollektionen, Greenwashing, eine fehlende lokale Verankerung, aber auch politisch extreme Haltungen. Über die Aufnahme ins Programm entscheidet das Kernteam der Fashion Revolution Ulm/Neu-Ulm.
Treffen zur Vorbereitung
Zur Vorbereitung auf die diesjährige Fashion Revolution Woche Ulm/Neu-Ulm findet ein Kooperationstreffen für interessierte Akteur*innen aus der Region statt. Wer Interesse hat eine eigene Aktion (Kleidertausch, Filmabend, Diskussionsveranstaltung,…) einzubringen oder sich an der Modenschau zu beteiligen, ist herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Kooperationstreffen Fashion Revolution Ulm/Neu-Ulm
Montag, 9. Februar 2026, 18.30 Uhr | Verschwörhaus, Weinhof 9
Petra Schmitz